15.09.23
Rückwärtsniesen beim Hund

Huch, was ist denn das?
Wenn Du das erste Mal einen Hund Rückwärtsniesen siehst und hörst, wirst Du Dich vermutlich erschrecken.
Außerdem wirst Du eventuell das Schlimmste befürchten.
Deinem Hund zu liebe solltest Du in dieser Situation aber ruhig bleiben.
Deine Nervosität überträgt sich im schlimmsten Fall auf Deinen Hund und lässt ihn auch nur noch nervöser werden.
In den meisten Fällen, handelt es sich beim Rückwärtsniesen um einen kurzfristigen Anfall!
Normales Niesen kennst Du ja von Deinem Hund, beim Rückwärtsniesen ist es genau umgekehrt. Dein Hund atmet stoßartig sehr viel Luft auf einmal durch die Nase ein.
Dabei entstehen laute Geräusche, die an starkes Schnarchen und Röcheln erinnern.
Wie sieht Rückwärtsniesen beim Hund aus?
Rückwärtsniesen sieht sehr anstrengend und unangenehm aus.
Meistens macht der Hund seinen Körper dabei ganz starr.
Er streckt seinen Hals lang nach vorne und neigt den Kopf nach unten Richtung Boden.
Einige Hunde machen einen Rundrücken und krümmen sich. Das tuen sie vermutlich um besser Luft zu bekommen.
Außerdem zieht sich der Bauch des Hundes sehr stark nach innen zusammen.
In solch einem Moment denkst du wahrscheinlich, dass Dein Hund keine Luft mehr bekommt und kurz vor dem Ersticken ist.
Meist dauert solch ein Anfall nur wenige Sekunden. Dein Hund kann so einen Anfall jedoch mehrmals über den Tag verteilt bekommen.
Wie hört sich ein Anfall von Rückwärtsniesen beim Hund an und kann Rückwärtsniesen gefährlich werden?
Na ja, was soll ich sagen...
Es ist auf alle Fälle laut und es wirkt sehr dramatisch weil es sich tatsächlich so anhört, als würde der Hund ersticken.
Die Ursache für das Geräusch ist aber fast immer harmlos.
Verantwortlich dafür ist die Region um das Gaumensegel, der Nasenrachenraum. Diesen Bereich nennt man Rhinopharynx.
Kommt es dort zu einer Reizung, lösen Reflexe das sogenannte Rückwärtsniesen aus.
Bei einem Anfall saugt der Hund in kurzer Zeit sehr viel Luft durch die engen Nasen- und Rachengänge ein. Dadurch entstehen die für uns bedrohlich klingenden Geräusche.

Was sind mögliche Auslöser für Rückwärtsniesen beim Hund?
Meistens sind die Ursachen für Rückwärtsniesen beim Hund harmlos.
Solch ein Anfall kann beispielsweise durch Parfüm, ein zu enges Halsband, Reinigungsmittel, Entzündungen im Rachenraum oder Allergene ausgelöst werden.
Aber auch Aufregung, Toben oder zu schnelles Fressen, kann einen Anfall auslösen.
Auch kräftiges Ziehen an der Leine, kann durch den Druck auf den Kehlkopf ausreichen.
Wenn Dein Hund unter einer Allergie leidet, kann es zu einer Schwellung der Rachenschleimhäute kommen.
Dadurch kann sich dann der Gaumen verkrampfen.
Durch das Rückwärtsniesen versucht sich Dein Hund in diesem Fall dann Abhilfe zu schaffen.
Durch die verkürzten Atemwege und den verkümmerten Rachen sind Rassen mit platten Nasen, wie der Mops oder Bulldoggen, häufiger vom Rückwärtsniesen betroffen.
Es wird vermutet das diese Rassen durch das Rückwärtsniesen versuchen, der Verengung im Rachen entgegenzuwirken und mehr Luft aufzunehmen.
Mögliche Gefahr: Der Trachealkollaps!
Wie schon geschrieben ist das Rückwärtsniesen in den meisten Fällen harmlos.
In besonders schweren Fällen, kann das Rückwärtsniesen jedoch auf einen Trachealkollaps hindeuten.
Bei einem Trachealkollaps handelt es sich um das Zusammenklappen der Luftröhre.
Wie Du Dir vorstellen kannst, kommt es dabei zu starker Atemnot bis hin zum kompletten Verschluss der Luftröhre.
Bei einem Trachealkollaps zeigen sich meistens noch weiter Symptome, wie starkes Röcheln und Husten, sowie starke Schleimbildung.
Jeder Hund, egal ob groß oder klein, jung oder alt, kann vom Rückwärtsniesen betroffen sein!
Gefährlich wird es, wenn zusätzliche Symptome wie Nasenbluten, allgemeines Unwohlsein, Unruhe oder Nasenausfluss hinzukommen.
Wenn Dein Hund mehrere Tage hintereinander unter Anfällen leidet, solltest du selbstverständlich zum Tierarzt gehen.
Linderung während eines Anfalls, kannst Du Deinem Hund durch eine leichte Kehlkopf Massage bieten.
Aber das Wichtigste ist wirklich, dass Du in solch einer Situation Ruhe bewahrst, damit Dein Hund nicht noch zusätzlich panisch wird.
Liebe Grüße
Maike